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2012|2018

"Unsere Weissagungen sind niemals dazu da, dass sie eintreten –
sondern sie sind ein Wegweiser zur Veränderung. Jede Weissagung,
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1 Monat ago
Vertrauen

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Wer kennt das nicht? Ein guter Freund, jemand, den wir schon seit Jahren kennen, hat plötzlich etwas getan, was wir nie von ihm erwartet hätten. Er hat durch irgendetwas unser Vertrauen missbraucht. Er könnte ein Geheimnis weitererzählt haben, das wir ihm einmal anvertraut haben, etwas, was er niemals und unter keinen Umständen je weitererzählen sollte. Aber jetzt wissen wir: Er hat es getan. Und wir wissen, dass wir ihm niemals mehr etwas sehr Persönliches erzählen werden.

Die vertrauten Zeiten sind vorbei. Sie gehören der Vergangenheit an und werden, so denken wir, niemals mehr wiederkommen. Wenn wir ehrlich mit uns sind, dann spüren wir sogar, wie sich ein gewisser Abstand zu dieser Person einstellt, die wir einmal für loyal und absolut verlässlich hielten. Wir können es kaum verhindern. Es geschieht automatisch, so, als würde ein Mechanismus in Gang gesetzt werden.

Vertrauen ist eine Mimose unter den menschlichen Werten und Eigenschaften. Verletzt man sie, dann rollt sie sich zusammen, jedes Mal, wenn der Verursacher kommt, der es zerstört hat. Jedes Mal, wenn uns eine ähnliche Situation gezeigt wird.

Einige Menschen, die verletzt wurden, können das auf diese eine Person beschränken, während andere allmählich den Glauben verlieren und sich insgesamt zurückziehen, denn „den Menschen kann man einfach nicht vertrauen“.

Ein Kind lernt durch eigene Erfahrung, Beobachtung und Nachahmung. Geschehen solche Dinge in seinem näheren Umfeld, dann verliert es normalerweise allmählich das, womit es in der Regel geboren wurde: Sein Urvertrauen. Die ersten Verletzungen geschehen durch die ersten Bezugspersonen, also meist den Mitgliedern einer Familie. Ein Beispiel, das einigen auf den ersten Blick eher banal vorkommen mag, ist dieses hier:

  • Sie lassen das Baby schreien, wenn es einfach nur menschliche Wärme spüren und auf den Arm genommen werden möchte
  • sie lassen es schreien, weil man glaubt, vier Windeln am Tag sind genug und jetzt soll es halt warten, bis die Uhr sagt, es ist wieder Zeit für einen Wechsel
  • sie lassen es schreien, wenn es Hunger hat, denn schließlich hat es gerade etwas getrunken und man ist müde
  • sie lassen es schreien, wenn es nicht in den Laufstall möchte oder wieder raus
  • sie lassen es schreien, weil sie seinen Willen brechen wollen

Schreien lassen, sich nicht kümmern, ver-kümmern lassen, Liebesentzug – das alles führt irgendwann einmal zu einem kleinen Kind mit sehr, sehr traurigen Augen oder einem, das bei jeder Gelegenheit einen Wutausbruch bekommt und sich durchsetzen möchte. Da vermischt sich dann Traurigkeit mit Zorn, während im ersten Fall Traurigkeit und Hilflosigkeit zu sehen ist. Je nach Veranlagung reagiert jedes Kind anders. Die einen ziehen sich zurück, die anderen kämpfen sich ihren Weg nach draußen und werden in unangenehmer Weise auffällig.

Diese Vertrauensverluste ziehen sich durch unser Leben wie ein roter Faden, wobei die ersten Jahre, meist in der Familie, die sind, die am meisten prägen. Hier zeigt sich, welche Stabilität wir im Leben von außen erhalten, ob wir unterstützt werden oder daran gehindert, unser Potenzial zu entfalten.

Manche Kinder überstehen solche Attacken relativ unbeschadet, wenn sie sich in Tagträumen verlieren, in denen alles anders ist. Sie leben zusätzlich in einer Parallelwelt, in die sie jederzeit bei Schwierigkeiten flüchten können. Wer das kann, hat einen großen Vorteil gegenüber allen anderen. Denn er wird sich eventuell – trotz aller Widrigkeiten – sein Urvertrauen erhalten können, während andere Kinder sich schon bei Kleinigkeiten zurückziehen.

Es gibt im Körper einen energetischen Ort, an dem wir unser Urvertrauen wiederfinden können. Eine Handbreit unter dem Nabel befindet sich das zweite Chakra, das auch das Innere Kind genannt wird. Hier findet sich allerdings auch alles, durch was es jemals angegriffen oder gar zerstört wurde.

Ein intaktes Urvertrauen impliziert gleichzeitig auch eine gesunde Verbindung zum eigenen Höheren Selbst, das in diesem Fall den Menschen durch eine direktere Verbindung erreicht, im Gegensatz zu einem anderen, der sie schon fast gekappt hat, weil er zu oft enttäuscht wurde und der sich jetzt lieber auf seine eigene Einschätzungen verlässt, die ihm von seinem Ego und dessen bisherigen Erfahrungen diktiert werden.

Wir werden mit dieser Verbindung geboren, mit einer Neugierde auf dieses Leben und dem Willen, uns zu entdecken.

Dieses Urvertrauen spielt eine sehr große Rolle bei vielen Dingen. Und da unser roter Faden in diesem Buch Heilung von Körper, Seele und Geist heißt, werden wir das als unser Topic nehmen und versuchen, anhand einiger Beispiele zu erklären, wie wir das meinen. Denn der Mensch ist nur heil, wenn er sein Urvertrauen zurück erobert hat.

Da war dieser Mann, dem der Arzt sagte, er habe Krebs im Endstadium und er möge seine Angelegenheiten regeln. Viel Zeit würde ihm nicht mehr bleiben, denn man könne nichts mehr für ihn tun.

20 Jahre später trafen die beiden zufällig aufeinander und der Arzt war sehr erstaunt, dass der noch lebte, denn er konnte sich noch gut an diesen Patienten erinnern. Das war einer, der bei dieser Diagnose nicht zusammengebrochen war, sondern sich für die Ehrlichkeit bedankte, mit der er aufgeklärt wurde. Das kam eher selten vor.

„Welches Wunderheilmittel hat man ihnen gegeben, dass es Ihnen heute so gut geht? Sie sehen gesund aus! Wie haben Sie das gemacht?“

„Oh, es war ganz einfach“, erklärte ihm sein ehemaliger Patient. „Eigentlich habe ich gar nichts gemacht. Ich bin damals nach Hause gegangen und da ich wusste, dass ich nur noch kurze Zeit zu leben hatte, war ich fortan dankbar für jeden Tag, den ich erleben durfte und für jede Nacht, nach der ich am Morgen aufgewacht bin.“

Mit Freude erfüllt habe er diese Dankbarkeit erlebt und es sei ihm allmählich immer besser gegangen, statt schlechter. Auch habe er die Tage mit mehr Achtsamkeit gefüllt und sei während dieser Zeit in seinem Inneren gewachsen. Sein Vertrauen in Gott und den Plan, in den er selbst eingebunden war, sei zu allen Zeiten ungebrochen gewesen.

Genau hier liegt die Antwort zur Frage, warum er geheilt werden konnte. Es war keine „Spontanheilung“ und auch keine „Wunderheilung“, sondern hier hat der Körper schlicht und einfach lediglich befolgt, was ihm täglich suggeriert wurde: Dieser Mann freut sich, zu leben und er ist dankbar dafür.

Der Körper setzt lediglich um, was wir ihm als Input  an Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen geben. Er ist unser folgsamer Erfüllungsgehilfe.

So ist sicherlich verständlich, dass kaum etwas schädlicher für uns ist, als sie Vorstellung, nicht mehr leben zu wollen. Wir sollten uns niemals den Tod wünschen! Niemals, wenn wir es nicht wirklich wollen! „Ich wollte, ich wäre tot“, das ist keine einfache Floskel, wenn sie in diesem Moment auch noch von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des Aufgebens begleitet wird, das diese Worte unterstützt. Es ist eine Aufforderung an unseren Körper, ein Auftrag gewissermaßen. Unser Körper ist folgsam, er wird alles tun, um uns zu Diensten zu sein.

Die alten Indianer wussten noch, wie Sterben geht. Wenn sie nicht mehr konnten und ihren Stamm durch ihr langsames Vorankommen gefährdeten, dann blieben sie zurück, nachdem sie sich von ihren Angehörigen und ihrem Stamm verabschiedet hatten. Sie wussten, was sie ihrem Körper suggerieren mussten, um möglichst rasch zu sterben. Und so geschah es. Man sagt, es dauerte kaum drei Tage.

Überhaupt wussten und wissen etliche indigene Völker, die viele immer noch für recht primitiv halten, viel mehr über die Macht der Vorstellung als wir in unserer degenerierten Kultur.

Der Regentanz ist zum Beispiel eine hochspirituelle Angelegenheit. Bei einigen klappte es besser als bei den anderen, denn sie vertrauen Manitu oder Wokananda mehr als die, die länger tanzen müssen oder gar keinen Erfolg haben. Eigentlich muss noch nicht einmal getanzt werden, denn letztendlich ist die Schrittfolge völlig egal, nicht aber die innere Haltung des Tänzers.

Tanzte er mit, weil es Tradition war oder tanzte er, weil er wusste, dass der „große Geist“ ihm den Regen bescheren würde? Das traditionelle Denken hätte nichts gebracht, aber der unerschütterliche Glaube und die Vorstellung bringen den Regen.

Je mehr Menschen zusammenkommen und gemeinsam an etwas glauben, desto wahrer wird es werden. Die Aborigines haben völlig recht: Wir träumen uns unsere Welt. Gemeinsam, als Kollektiv.

Eine ähnliche Sichtweise habe ich bei einer Gruppe Indianer in Nordamerika erlebt, die ich immer wieder mal besucht hatte, wenn ich mich in den USA aufhielt. Grandmother erzählte uns, dass sie schon als Kind darauf trainiert wurde, einmal Schamanin zu werden. So musste sie während ihrer Ausbildung als Kind ein halbes Jahr lang rückwärts laufen. Nur rückwärts.

Uns gab sie auf, ein bestimmtes Buch, „The Holografic Universe“ von hinten nach vorne zu lesen. Also von der letzten Seite zur ersten, von unten nach oben. Rückwärts eben. Sie erzählte dabei, dass wir in einer Welt der Vorstellung leben, die nicht real sei. Ich hatte damals das Buch gekauft, dann aber nach einigen Zeilen bereits darauf verzichtet, denn es war eine Qual.

Viele sagen, wir leben in einer Matrix. Mir gefällt das nicht besonders, weil viele hier an den gleichnamigen Film erinnert werden, den etliche Menschen heute leider sehr ernst nehmen. Aber so ist das nicht. Man kann Matrix sagen, aber nicht mit dieser Bedeutung. Die Illusion – ich liebe dieses Wort – unserer Erscheinungswelt war nicht neu für mich, aber es war sehr interessant, es von einer indianischen Schamanin zu hören. Man könnte es mit der Traumwelt der Aborigines vergleichen, die über das Kollektiv ihrer gemeinsamen Vision Dinge erreichen, die wir für ein Wunder halten würden. So erzählte eine Ärztin, die sich einige Zeit in Australien aufhielt, dass sie mit eigenen Augen gesehen habe, wie jemand mit einem frischen Knochenbruch am Bein nach einer Behandlung durch den Stamm innerhalb weniger Tage geheilt war.

Die Welt wird immer realer, je mehr wir uns aus der Dichte der Materie entfernen. Bereits mit unserem Geist, der immateriell ist, können wir viel erreichen. Menschen, die an sich und ihre Stärke und innere Kraft glauben und eine Mission haben, können Berge versetzen. Nur über Vertrauen wird das funktionieren. Nicht umsonst wurden wir mit einem Urvertrauen geboren. Es ist der Grundstock unseres Lebens, es entscheidet über unseren weiteren Lebensweg, wie viel wir uns davon noch erhalten können.

Da gibt es diesen kleinen Jungen, der ohne Arme und Beine geboren wurde, der sich als 10jähriger umbringen wollte, der einfach nur sein wollte, wie andere Kinder, es aber nicht konnte und der über sich hinauswuchs, als er Neunzehn war.

Jeder hat ein Talent, irgendeines, und seins war, über die Begrenzung seiner Behinderung hinauszuwachsen und anderen Menschen, denen es auch nicht gut geht, Mut zuzusprechen. Zu seinen Vorträgen kommen Tausende, ein unscheinbarer kleiner Mann mit einer großen Stimme, der darauf verzichtet, künstliche Arme und Beine zu tragen und nicht größer als ein Kleinkind zu sein scheint, wenn er auf der Bühne sitzt.

Sein strahlendes und optimistisches Wesen hat ihn zu einer wunderschönen Frau geführt, mit der er heute vier Kinder hat. Der kleine Junge, der nicht mehr leben wollte, weil er nicht sein konnte wie andere, konnte sich aus diesem Korsett befreien, das er sich selbst angelegt hatte und wurde wieder zu dem Menschen, der er einmal war, als er noch nicht wusste, dass er anders war: Optimistisch, mitreißend, humorvoll und vertrauend.

Nur mit Vertrauen kann man große Dinge erreichen. Jedes Zögern, jeder Zweifel wirft zurück und wird nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Da ist ein anderer kleiner Junge, fünf Jahre alt, er ist krank, hat hohes Fieber, Bauchschmerzen, isst nicht und kann auch Flüssigkeiten nicht mehr bei sich behalten. Die Mutter weiß zunächst nicht, was sie tun soll, dann aber setzt sie sich zu ihm ans Bett und erzählt ihm, dass es ganz einfach ist, wieder gesund zu werden. Er müsse nur seine Engel bitten, dass sie ihm alles aus dem Bauch herausholen sollen, was ihn krank macht. Denn er hat Bauchschmerzen und ihm ist übel.

Er nickt erschöpft, er ist müde und das Fieber schlaucht.

Zehn Minuten später schon steht er in der Küche, sagt, er sei wieder gesund und er habe Hunger. Er möchte Bratkartoffeln mit einer guten Portion Zwiebeln. Sowohl das Essen als auch das Trinken hat er bei sich behalten und das Fieber war weg.

Eine kleine Änderung hat er allerdings in dem Programm gemacht. Er hat statt der Engel kleine Roboter in seinen Bauch geschickt, die hatten Schaufeln dabei und haben alles Krankmachende damit entfernt.

Den jungen Mann kenne ich persönlich. Er ist heute erwachsen und noch immer von Robotern begeistert.

Diese schnelle Heilung von Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kann mit Sicherheit kaum ein Arzt erklären. Denn Ärzte nutzen viel zu wenig die Möglichkeit, den Geist oder die Seele eines Menschen zu erreichen. Sie verschreiben lieber Pillen und die können das nicht. Von Psychologie haben die wenigsten eine Ahnung, und das, obwohl ein verständnisvolles Gespräch einen Patienten beflügeln könnte und Heilung initiiert. Wenn das Vertrauen geschaffen wurde zwischen einem Arzt und seinem Patienten und der Arzt darüber hinaus dem Patienten mit Tipps und weniger Medikamenten helfen kann, dann spart das nicht nur der Krankenkasse eine Menge Geld, sondern trägt auch zu einer größeren Volksgesundheit bei.

Warum aber waren die Roboter erfolgreich?

Die eine Sache war, dass der kleine Junge nicht nur mal kurz gedacht hat, jetzt schicke ich die in meinen Bauch und dann sollen die mal machen, sondern er hat sich das 10 Minuten lang vorgestellt hat, was die in seinem Bauch machen. Gewissermaßen Schaufel für Schaufel. Dazu kam das Vertrauen in einen Menschen, von dem er bisher noch nicht enttäuscht wurde. Es bleib also erhalten und so konnte er sich ohne weiteres darauf einlassen und vertraute mit seinem ganzen kindlichen Gemüt darauf, dass die Mutter recht hatte. Die Vorstellung, zusammen mit der Vorfreude und Glauben, dass es klappen wird, hat dazu geführt, dass er so schnell gesund werden konnte.

Wie wir gesehen haben, ist ein wichtiger Faktor bei dieser Geschichte allerdings seine Mutter. Denn die hat ihrem Kind das Urvertrauen erhalten können und auch das Vertrauen in sie selbst, die Mutter. So konnte er ihr vertrauen, als sie ihm erzählte, dass er sich selbst heilen kann.

Übrigens hat er auch seine kindliche Sichtweise, die, die sehen kann, was an Unsichtbarem um uns herum ist, noch bis ins Erwachsenenalter bewahren können. Es geht, wenn wir es unseren Kindern nicht nehmen.

Dieses Vertrauen können wir ihnen erhalten, indem wir ihnen geben, was sie am meisten benötigen, um zu Menschen heranzuwachsen, die sich selbst gefunden haben: Liebe und Fürsorge, ohne sie zu erdrücken und gleichzeitig die Freiheit, so zu sein, wie es ihrem innersten Wesen entspricht. Sie sollten sich entsprechend ihrer wahren Natur entfalten dürfen, an der Hand von liebevollen Begleitern, die nicht mehr sind als das. Eltern begleiten ihre Kinder, sie sollten sie nicht zwingen, in einer Richtung zu gehen, die sie nicht wollen und ihnen auch nicht verweigern, was sie geben können. Nicht die Eltern wissen, was das Kind will, sondern das Kind weiß es für sich selbst am besten.

Man muss ihm nicht sagen, was seine Anlagen sind und in welcher Richtung es sich entwickeln sollte, denn es hat alles in sich drin, es braucht lediglich die Hand und damit die Hilfe eines erwachsenen Menschen, der ihm ermöglicht, seinen eigenen individuellen Weg zu gehen.

Tief in unserem Inneren kennen wir unsere Aufgabe und unseren Weg bereits als Kinder. Zumindest grob wird uns bereits klar, ob wir lieber einen künstlerischen, wissenschaftlichen oder praktischen Beruf erlernen wollen. Wir haben Neigungen und wir haben Begabungen. Ich habe immer gewusst, was ich einmal werden wollte. Wirklich werden wollte! Manchmal müssen wir Umwege gehen, die vielleicht sogar notwendig sind, um dann letztendlich doch dort anzukommen, wo wir immer hin wollten.

Manchmal braucht man einen langen Atem und viel Geduld, aber wer bei einem erreichbaren Ziel nicht aufgibt, der hat schon gewonnen. Auch hier ist Vertrauen eine wichtige Eigenschaften, die hilft, gewisse Zeiten zu überbrücken die ich jetzt einmal „Wartezeiten“ nenne, in denen wir noch den letzten Schliff bekommen, damit wir eines Tages soweit sind, unserer Aufgabe gerecht zu werden.

Wenn das Vertrauen fehlt, dann wird sich an seiner Stelle etwas einschleichen, was wir als Misstrauen bezeichnen. Misstrauen ist kein guter Ratgeber, Misstrauen ist toxisch und führt zu ungünstigen Ergebnissen. Misstrauen vergiftet nicht nur unser Leben, sondern auch das der anderen. Somit wären wir wieder dort, wo wir angefangen haben: Bei dem alten Freund, der uns enttäuscht hat.

Hier stehen wir vor einer Aufgabe, bei der wir – wenn wir tief genug in die Problematik eintauchen – erkennen, dass der Freund nur der Auslöser war und nicht der Grund für unser Misstrauen.

Jetzt müssen wir anfangen zu graben. Wir müssen die Wurzel finden, um das Problem endgültig loszuwerden. Dazu sollte man sich dann am besten an einen guten Therapeuten wenden. Es gibt nur wenige, die ich hier empfehlen kann und es sind ausschließlich die, die ich persönlich kenne und die von Dr. Robert Jaffe trainiert wurden, einschließlich meiner selbst. Leider habe ich im Internet so etwas wie einen Abklatsch der Methode gesehen, schon mehrfach wird es unter anderen Namen angeboten, aber wenn man genau hinschaut, dann ist es doch anders und manchmal werden Schnellschuss-Therapeuten-Ausbildungen dazu angeboten, die so gar nicht gehen können. Denn zunächst ist der Therapeut, bevor er sich so nennen kann, selbst ein Klient und auf der Suche nach seinen eigenen Blockaden, um sie nachhaltig zu entfernen und nicht auf seine Klientel zu projizieren. Das braucht Zeit.

Wir müssen tief graben, denn wir wollen, wirklich von dieser Last befreit werden. Wir wollen nicht nur in diesem Leben vielleicht eine Linderung erfahren, sondern in unser nächstes ohne diesen alten Ballast hineingeboren werden.

Wir sind hier, um dies alles endgültig abzuwerfen und nicht, um es von einem Leben zum anderen neu bearbeiten zu müssen, bis wir endlich den gordischen Knoten zerschlagen haben.

Ich halte es für außerordentlich wichtig, dies im Rahmen einer Schulung selbst zu lernen – ja das geht! –  und dann in der Lage zu sein, sich letztendlich selbst zu therapieren. An seinen eigenen Problemen kann man selbst sehr gut arbeiten.

Ich selbst hätte das alles über das geschriebene Wort niemals so verstanden, wie ich es heute weiß. Es ist ein Reinigungsprozess, bei dem wir mehr und mehr wieder zu dem Menschen werden, der wir hätten sein können, wenn „unser Leben“ das nicht verhindert hätte.

Dennoch – dieses Leben, das wir führen, mit all seinen Triggern, die immer wieder hochkommen, damit wir sie endlich bearbeiten, ist ein Geschenk. Wir bringen es mit, aus Zeiten, an die wir uns nicht mehr erinnern können. Aber es ist alles da. Es präsentiert sich uns, wenn wir soweit sind!

Das ist niemals eine Strafe, sondern immer eine Gelegenheit! Jedes Hindernis ist eine Chance, der Mensch zu werden, der wir sein können. Es ist eine unbeschreiblich große Freude, zu erkennen und loszulassen und dadurch immer mehr zu wachsen.

Wir sind hier, um zu wachsen. Wir sind hier, um unser Vertrauen wieder zu finden und um all die guten Eigenschaften zu entdecken, die in uns verborgen sind.

Wir sind hier, weil das unser Weg ist. Niemand hat ihn für uns ausgesucht, außer wir selbst. Wir haben das Päckchen in dieses Leben mitgenommen, von dem wir glaubten, wir könnten es bewältigen. Wir haben es selbst gepackt, weil wir dachten, das schaffen wir. Es ist niemals zu schwer. Das ist eine Illusion.

Also – packen wir’s an! Seien wir mutig und schauen den Herausforderungen des Lebens ins Auge. Schauen tief, schauen wir dorthin, wo der Anfang war. Gehen wir den Weg zurück und bereinigen eine Situation, die uns heute behindert, weiter zu wachsen, weil wir immer wieder auf den Trigger hereinfallen. Wir wissen, dass wir es geschafft haben, wenn der Auslöser uns nicht mehr aus der Ruhe bringt. Das ist ein Grund zur Freude, denn jetzt sind wir wieder einen Schritt vorangekommen.

 

Dieser Artikel hat ein Copyright, denn er ist ein Auszug aus einem Buch, das spätestens Mitte August 2018 erscheinen wird. Lediglich der Link darf weitergegeben werden. Den Titel geben wir dann bekannt. Nach Erscheinen stellen wir weiterhin einige Kapitel online zur Verfügung. 

♦ End

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